01
Dezember
2014

Borreliose - Kleine, gefährliche Blutsauger

Was ist Kinderlähmung (Polio, Poliomyelitis)?

Die Kinderlähmung ist eine Infektionskrankheit, welche von Polioviren verursacht wird. Das
Virus wird in der Regel durch verunreinigte Nahrung oder Trinkwasser aufgenommen. Es
vermehrt sich nach der Aufnahme rasch im Darm, von dort gelangt es in die Blutbahn. Dann
befällt es bevorzugt die Nervenzellen des Rückenmarks.

Wie äußert sich Kinderlähmung?

Die Infektion mit Polioviren verläuft bei vielen unbemerkt – also ohne Krankheitszeichen. Ein
Teil der Infizierten hat jedoch Symptome, diese können unterschiedlich schwer sein.
Bei einem milden Verlauf kommt es 6 – 9 Tage nach der Infektion zu Fieber, Übelkeit,
Halsschmerzen, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen.
Bei einem mittelschweren Verlauf treten zusätzlich nach weiteren 3 – 7 Tagen Fieber,
Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen und Muskelkrämpfe auf. Im weiteren Verlauf kann es,
wiederum nach ein paar Tagen, zu Lähmungen kommen. 1952 erkrankten in Deutschland
fast 10 000 Menschen an Kinderlähmung, 1000 von ihnen starben, 4000 behielten
Lähmungen.
Da die Erreger der Kinderlähmung Viren sind, helfen Antibiotika nicht. Auch sonst gibt es
keine wirksame Behandlung, deswegen ist es wichtig sich vor Kinderlähmung zu schützen.

Wie kann man sich vor Kinderlähmung schützen?

Kinderlähmung kann leicht von Mensch zu Mensch (fäkal-oral, d. h. Erreger werden mit dem
Stuhl (fäkal) ausgeschieden und werden dann über den Mund (oral) aufgenommen)
übertragen werden. Der beste – und auch einzige – Schutz vor Kinderlähmung ist die
Schutzimpfung. Kinder sollten am Ende des zweiten Lebensmonats zum ersten Mal geimpft
werden, dann sind je nach Impfstoff weitere zwei bis drei Impfungen innerhalb des ersten
Lebensjahres notwendig. Meist wird in Kombination mit Tetanus, Diphtherie und auch mit
Keuchhusten, Hämophilus Influenzae Typ B und Hepatitis B geimpft. Eine erneute
Auffrischung ist im Alter von 9 – 17 Jahren notwendig. Außerdem sollten Erwachsene, deren
letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt und die in eine Region mit Infektionsrisiko
reisen, erneut geimpft werden.

Warum impft man, wenn die Erkrankung in Deutschland nicht mehr vorkommt?

Seit 2002 gilt Europa als poliofrei – dennoch sollte weiterhin gegen Kinderlähmung geimpft
werden. Denn auch in Deutschland können Fälle von eingeschleppter Polio (z. B. durch
Reisende) auftreten und eine Ausbreitung kann nur dann vermieden werden, wenn
mindestens 95 % der Bevölkerung geimpft sind. Erst 2007 wurden in der Schweiz Polioviren
in einer Abwasserprobe gefunden, der Infizierte konnte nicht ermittelt werden und aufgrund
der hohen Durchimpfungsrate breitete sich die Erkrankung nicht aus. Dies zeigt, dass die
Gefahr der Einschleppung durchaus real ist. Die Impfung ist deshalb solange notwendig, bis
die Kinderlähmung weltweit als ausgerottet gilt.

Welche Gefahren bergen die Impfungen?

Bereits die früher verwendeten Schluckimpfungen waren in der Regel gut verträglich. Die
Sicherheit wurde bei den heutigen Impfungen durch die Verwendung von inaktivierten
Polioviren (sog. Totimpfstoffe) noch weiter verbessert. Sie bergen nur geringe Risiken. Diese
beschränken sich auf Rötung, Schwellung und leichte Schmerzen an der Einstichstelle,
selten kann es auch zu Fieber und Kopfschmerzen kommen. Früher bestand bei der
Schluckimpfung die Gefahr einer Lähmung nach der Impfung. Diese Gefahr existiert bei den
neuen Impfstoffen gegen Polio, die in den Muskel gespritzt werden, nicht mehr.

Wann ist mit einer weltweiten Polio-Ausrottung zu rechnen?

Ursprünglich hat es sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Ziel gesetzt Polio bis
zum Jahr 2000 auszurotten. Bisher ist dies jedoch noch nicht gelungen und gerade in den
letzten beiden Jahren ist wieder ein Anstieg der Polio-Erkrankungen in den vier
Endemiestaaten (Staaten, in denen die Erkrankung heimisch ist und regelmäßig größere
Teile der Bevölkerung befällt: Nigeria, Indien, Pakistan, Afghanistan) zu verzeichnen.
Aber da auch die Ausrottung der Pocken gelang, besteht Hoffnung, dass die Ausrottung der
Polioviren ebenfalls gelingen wird. Bis wann ist allerdings ungewiss.

Fazit

Lassen Sie Ihre Kinder impfen! Lassen Sie Ihren eigenen Impfschutz und den Ihrer Kinder in
Ihrer Apotheke überprüfen! Informieren Sie sich vor jeder Reise in Ihrer Apotheke über
erforderliche Impfungen!

© WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen
Landesapothekerkammer, Maria-Theresia-Str. 28, 81675 München. Dieses Informationsblatt wurde
von WIPIG entwickelt. Die Verfasser haben die vorliegenden Informationen mit größtmöglicher
Sorgfalt zusammengetragen. Dennoch übernehmen Verfasser und Herausgeber keinerlei Gewähr,
insbesondere für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Stand Oktober 2009

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